Ich war heute mit M. (Name der Redaktion bekannt) zum zweiten mal bei unserer Lieblingsagentur, richtig, dem Jobcenter. Grund war, daß M. seit seinem Auszug bei seiner Ex und dem Ende unseres kleinen, aber feinem Kreuzberger Ladens akut in der Luft hing, zwischen den Stühlen sass und auch sonstwie war das einfach kein Zustand. Nun ist M. zwar ein feiner Kerl, fähiger Techniker und menschlich topfit, aber er hat, das will ich jetzt mal ohne Wertung und ganz salopp raushauen, eine Ostbehördenmacke. Sprich: von sich aus wäre er nie zum AAmt gegangen um wenigstens seine Grundsicherung zu sichern. Übers Bürgergeld sprechen wir später noch mal, an dieser Stelle.
Was wir nicht aus der Presse erfahren haben ist, daß die ARGE, so heisst der Verein, glaube ich, ab 1. 4. so ziemlich alles im Neukundengewinnungsprozess geändert hat. Der Neuantrag hat jetzt ein Aussmass einer mittleren Steuererklärung (ich habe ein Musterexemplar,wen es interessiert schicke ich gerne eine Kopie zu), alle Sachbearbeiter die wir trafen (nicht wenige) waren extrem angekotzt, was nur zu verständlich ist, macht der Bürokratievorsprung ihre Arbeit auch nicht eben einfacher. Überhaupt Arbeitsamtmitarbeiter, ich muss mal eine Lanze für die meisten brechen. Ich habe in letzter Zeit fast nur engagierte und hilfsbereite Sachbearbeiter erlebt. Die können nichts für den Schwachsinn der Gestetzgebung!
Aber jetzt kommt der Hammer: Seit 1. April dürfen im Jobcenter keine “Kunden” mehr in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden, nur noch in (dubiose) Massnahmen. Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen. Das nennt sich JOBcenter? Hartz 4ler sind nun ofiziell Menschen zweiter Klasse! Kein Wunder daß Ms. “Arbeitsvermittler” heute nur unmotiviert auf seinem Computer rumhachkte, um dann nach zwei Minuten zu sagen: “Wir haben hier nichts für sie”. Nächster Stop: Leistungsabteilung.