Beiträge vom 6. Dezember 2007

Von der unerquicklichen Leichtigkeit des Dummseins

Donnerstag, 6. Dezember 2007 | Autor: Karsten

Stellt euch mal vor ihr seit , mehr oder weniger selbstverschuldet, auf der Lohnliste der Bundesanstalt für Arbeit (Hartz 4). Stellt euch weiterhin vor das ihr nicht zu dem unmotivierten Teil des Prekariates gehört, das seinen Tagesablauf mit auf dem Sofa fläzen, Kohlenhydrate in sich reinstopfen und Alkohol in sich reinlaufen verbringt, naja nicht immer. Stellt euch einfach vor ihr habt in dieser Situation immer noch Träume, Ideen, ne ganze Menge Drive und wollt etwas auf die Beine stellen. Ihr seit gerade dabei was auf die Beine zu stellen da flattert ein Arbeitsangebot in den Briefkasten. Sollte ja ersteinmal eine ganz positive Sache sein. Natürlich beschleicht euch etwas Misstrauen, denn nach ein paar (unterbrochenen, natürlich) Jahren in diesem Verein in dem man jetzt “Kunde” genannt wird, und immer nur unqualifizierter Müll angeboten wurde, kann das jetzt wirklich besser sein? Ihr habt euch eure Jobs bis jetzt immer noch selbst gesucht. Aber mal angucken, sieht ja garnicht so schlecht aus. Bürokraft im Sozialverein. Ein soziales Gewissen haben wir doch alle, oder? Gelesen, beworben, Job bekommen. Hurra – der Aufschwung ist in der heimischen Stube angekommen. Wenn ihr dann aber, nach nicht allzulanger Zeit, rausbekommt, daß der Job eigentlich eher “Arbeit spielen” bedeutet, weil fünf Leute die Arbeit von eineinhalb machen, die eh schon knappe Arbeit durch vorsintflutliche Methoden zur Farce gemacht wird (fünf Computerarbeitsplätze, ein Drucker, keine Vernetzung, Disketten hin- und hertragen!), wird doch die anfängliche Freude über den neuen Arbeitsplatz leicht getrübt. Wenn ihr dann auch noch rausbekommt, daß der angeblich soziale Verein einen Haufen krumme Dinger macht um, a.: Am Leben zu bleiben oder b.: Dem Vorstand ein schönes Leben zu bescheren, wird die Sache schon ein wenig, sagen wir, streng nach Fisch stinkend. Wenn ihr dann, am Ende des Monats euren Lohnzettel anseht, wir sprechen über den ersten Arbeitsmarkt hier – das Kindchen nennt sich “Entgeltvariante“, und rausbekommt das bei einem 1 Euro Job mehr hängen bleibt ist die Kinnlade endgültig unten. Wir verlangen nicht viel, nur gutes Geld für gute (und sinnvolle) Arbeit!

Alle Personen und Handlungen sind frei erfunden. Fortsetzung folgt. Zum Beispiel: Wie ich einen Computerkurs für Anfänger spendiert bekommen habe, obwohl ich in oben genannten Büro die ganze Computerarbeit mache.

Thema: Allgemein | Kommentare geschlossen

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: