Warum mit dem Zug pendeln keinen Spaß macht…

Dienstag, 24. Oktober 2006 |  Autor: Rixosus

Als Anhänger öffentlichen Verkehrs schätze ich entsprechend die Vorteile die das mit sich bringt, aber so langsam bröckelt meine Überzeugung, dass es das richtige für mich bleibt…

… denn es macht keinen Spaß mehr….

… weil morgens eigentlich alle im Zug schlummern wollen (das ist ja eigentlich der Vorteil ggü. Autofahren), aber die Chance bei 80% liegt, dass in meinem Abteil irgendwie 2 Frauen, die meistens Kolleginnen sind, die Ruhe durch abteilungsdurchdringende Penetranz endloser nonstop Plaudereien stören und deren Gesprächsinhalten an Belanglosigkeit nicht zu überbieten sind. Es sind auch schon Fahrgäste das ein oder andere Mal ausfällig gegenüber solchen weiblichen Unruhestiftern geworden.

… weil obwohl ich in einer reichen Wirtschaftsregion von einer reichen Kurstadt in eine reiche Finanzmetropole pendle, fahren als Züge nur ollste Kaschemmen… wenn ich mich da an meine alten Zeiten im armen Berlin erinnere… wo moderne RE unterwegs sind….

… weil diese ollen Kaschemmen Türen haben, die beim Schließen jeden wieder wachschrecken und den Adrenalinspiegel hochschnellen lassen, so dass man wieder nen paar Minuten braucht, um zur Ruhe zu kommen.

… weil beides Kopfbahnhöfe sind und man beim Gleiswechseln zum Hauptfahrgleis hin und her gerüttelt wird; sollte man während dessen noch auf Platzsuche sein, wird’s gar abenteuerlich.

… weil in diesen Berufspendelzügen redundante Zustände herrschen die einen jeden Tag nerven, wie kratzende Ansagen, dass man sich in einem Regionalexpress XYZ befindet und dieser da und da hin fährt und einen erzählt. Dass die Kundenbetreuer super nett sind und bereit stehen und man einen schönen Tag wünscht… das kommt bei mir so an, als ob die ICE spielen wollen… und dann immer wieder nervend, wenn man gerade, bevor der Arbeitsalltag einen auffrisst, von schönen Dingen träumt, und dann so eine Kundenbetreuerin einen anstuppst, um die Fahrkarte argwöhnisch zu begutachten, da der Druck des Automatens etwas schwach ausfiel…

… weil nach dem Aussteigen wenn man genau vorne bei der Lok vorbeikommt, diese ohrenbetäubend irgendwelchen Dampf ablässt und alle Leute zusammenschrecken lässt.

… weil die Leute nach dem Aussteigen bei Regenwetter zu Rittern mutieren und ihre Schirme wie Schwerter halten und die Spitze dieser in gefährlicher Höhe hin und her wippen und man sich um die Volksfruchbarkeit Sorgen machen muss….

… weil im Bahnhof neue hochpolierte Steinplatten verlegt wurden, die zu einer fröhlichen Rutschpartie einladen.

… und das Schlimmste: es ist im Zug immer entweder zu warm oder zu kalt!

Ob Murphy beim Zugfahren auf seine berühmten Gesetzmäßigkeiten gestoßen ist?

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Thema: Allgemein

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3 Kommentare

  1. Solche REs oder RBs gibt es in der Hamburger Ecke auch. Wahrscheilich noch schlimmer, denn viele sind noch mit Dieselloks ausgestattet, die Strecke nach Lübeck ist noch nicht elektrifiziert. Ein sehr schöner Artikel übrigens!
    Willkommen Rixosus, die Autorenliste habe ich übrigens aktualisiert.

  2. auch von mir ein herzliches willkommen!
    wirklich guter humor.
    …die rutschenden ritter kann ich mir richtig vorstellen!

  1. [...] Rixosus erklärt, warum es keinen Spaß macht, mit dem Zug zur Arbeit zu fahren. Sowohl Franziskript als auch Paulsen beachten das Buch: “Wir nennen es Arbeit“. Don Alphonso weist mit einem Beitrag auf seinen Wettbewerb hin mund Wortschnittchen macht eine Erfahrung, die ich durchaus kenne. [...]

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