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Die Katze auf dem kalten, nassen Blechdach

Sonntag, 3. September 2006 | Autor: Karsten

Boah ey, schon wieder die blonde Plantschkuh, mit Zippy und dem komischen Langhaarigen. Keine Spur von Hanna und Axel. Ewig dieses “Hach, Smokerowski”, “Linus komma her”, “Smokiiieee!”. Extrawürstchen? Pustekuchen! Die hat einfach nichts dazugelernt. Dann sitzen die da, futtern angeblich gesammelte aber in wirklichkeit heimlich gekaufte Pilze und beachten mich garnicht genug. Darf nichtmal auf den Tisch, frechheit…. und Linus schleimt!

Freitag: Manu und Annie auf vergeblicher Pilzjagt eingeregnet. Karsten war nicht dabei weil er unbedingt seinen “freien Tag” auf Arbeit verbringen musste. Dann zum Glück der erlösende Anruf: Hanna steht ohne Papiere an der Grenze, so dass Gerd zum Rallyefahrer avancierte (wurde gerade vom Fleck weg vom Citroen-Team für die kommende Saison engagiert) um den unbestechlichen Grenzbehörden eine Ausweiskopie zuzufaxen. Leute, kauft euch nie ein Lexmark Fax. Selbst die hellste SW Kopie, auf unserem fortschrittlichsten Laserkopierer erstellt kam nur als schwarzes Kuddelmuddel an der Grenze an. Damit waren die Beamten gar nicht nicht zufrieden zu stellen. Erst eine, eigentlich nicht so erlaubte Farbkopie kam leserlich vor Ort an. 15 Minuten vor Abfahrt, also “just in time”. Smokie und Linus kamen über den zeitweiligen Verlust ihrer geliebten Herrchen scheinbar mühelos hinweg.

Samstag früh 11.00 Uhr. Das Telefon klingelt, am anderen Ende Jette, unsere ehemalige Kollegin und jetzige Freundin und fragte ob wir ihren Umzug vergessen haben. Hatten wir, Termin wäre um 9.00 gewesen. Also feuerwehrmässig schnell angezogen, nix Frühstück. Manu geht Katzen füttern, Karsten Kisten schleppen. Eigentlich wollten wir ja endlich zusammen in die Pilze (wieder mal) aber so wurde das wieder nix. Manu ist dann mit Zimmi gefahren und hat letztendlich Pilze gekauft. Haben dann Abends auf Hannaxels zauberhafter Terasse ebensolche Waldfrüchte gemampft, das Wetter war schön und das Essen lecker. Auf einmal ein hässliches, kratzendes Geräusch. Karsten war sofort alarmiert, Manu vermisste den Aufschlag und Zimmi meinte das käme von wo anders. Dann brachte ein jämmerliches Gemauze Gewissheit.

Ich muss der Blonden und ihren Kumpels mal zeigen was für ein Hirsch ich bin. Ich werde jetzt weiter aufs Dach gehen als je ein Kater vorgedrungen ist. Die werden Augen machen! Ich bin ein Pionier! Ich postierte mich auf dem Dach und schmiss mich in Pose. Nur blöd, daß diese Menschen im dunkeln nichts sehen. Schwache Wesen, einfach. Jetzt gehe ich mal hier rüber, auf das Spitzdach, vielleicht sehen sie ja das. Mannometer, ganz schön glatt hier,aber ICH kann das, der König der Dächer, ahh, aber, kratz, schepper, ich rutsche, arrgh!!!!

Linus zog sich gleichgültig zurück. Wir sahen uns erschrocken an. Karsten tobte in den Hof, um den möglicherweise verunglückten Kater zu bergen, fand aber nur zwei liebeskranke Tigerkatzen aus der Nachbarschaft, die mit ihrem Gemauze die Ortung nach dem Vermissten nicht einfacher machten. Wir spitzten unsere Ohren, und nach einem bisschen Triangulation nahmen wir Peilung auf. Das sah ungefähr so aus:bild-002.jpg

Wir rieben unsere Augen und sahen dieses, Manu missbrauchte die Canon als Nachtsichtgerät:augen.jpg

Spätestens jetzt hatten wir den Kopf voll. Smokie war auf dem gegenüberliegenden Giebeldach gefangen und fand den Weg zurück nicht mehr. Schock, Horror! Manuela verstand die Welt nicht mehr: “Warum immer bei mir?” Karsten schnappte sich kurzentschlossen die Leiter, krabbelt übers Dach, aber Smokie sass unereichbar in der Regenrinne. Da blieb er dann auch. Über Nacht. Es fing an zu regnen, Katerchen maulte jämmerlich. Wir versuchten alles: Zimmi und Karsten fanden die Wohnung, auf deren Balkon sich das Katerchen sich vor dem Regen gerettet hatte. Keiner da. Wir versuchten es bei der Feuerwehr http://www.berliner-feuerwehr.de/kontakte.html, die retten keine Katzen mehr. Wir kontaktierten den Tierrettungsverein http://www.gratis-webserver.de/tierrettung-berlin/index.html, die fühlten sich nicht zuständig (Heute nicht mehr). Wir waren mit unserem Latein am Ende und entschlossen den Kater draussen versauern zu lassen und alle Rettungstätigkeiten auf den Sonntag zu verschieben.

Sonntag: Ausschlafen war natürlich nicht, Smokie ist abwesend. Wir also zurück in die Gryphius und hatten tatsächlich Glück, die Balkonbesitzer waren zurückgekehrt, obwohl wir uns schon in unseren übelsten Träumen ausgemalt hatten, was wohl geschehen würde wenn da nie jemand ist… usw. usf. Also hat Manu die Leute per Zuruf kontaktiert, die hatten das Tier schon längst erkannt, sah ungefähr so aus:bild-003.jpg

Lange Geschichte, kurzer Sinn: Hingegangen, Katze vom Dach gepflückt, nach Hause gebracht und aus die Maus. Kater beim ersehnten Futtern:bild-004.jpg
Bin ein bisschen abgeschmiert, gar nicht weiter schlimm. Aber die Blonde und ihr bescheuerter Freund haben ein Gewese gemacht, kaum zu glauben. Uncool, einfach. Ich habe immer wieder rübergerufen daß es mir gut geht (Miauuuwl) aber die waren ja nur aufgeregt. Scheisse, jetzt fällt Wasser vom Himmel. Ich habe hunger, ich will nach Hause….

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